Psychotherapeuten sind allgemein qualifiziert, mit allen psychischen Störungsbildern zu arbeiten. Durch meine Berufserfahrungen habe ich besondere, nachstehend angerissene Schwerpunkte. | weniger
Angehörigenzentrierte Therapie
"Das Schlimmste an der Scham ist, dass man glaubt, man wäre die Einzige, die so empfindet" (A. Ernaux). Das enge Zusammenleben mit einer chronisch suchtkranken Person kann für Angehörige immensen, dauerhaften Stress bedeuten. Kinder, Partner, Eltern und Geschwister, um die Hauptbetroffenengruppen aufzuzählen, können darunter leiden und selbst erkranken. Alles dreht sich um die Kranken, die Angehörigen müssen sich stets zurücknehmen, schämen sich und kommen fortwährend zu kurz. Als Folge davon vernachlässigen sie ihre Interessen, Aktivitäten und sozialen Bezüge, werden mehr und mehr unzufrieden, können darüber ausbrennen und depressiv oder psychosomatisch erkranken.
Obendrein werden Angehörige oftmals zur Zielscheibe von Beschimpfungen, Abwertungen, Beschuldigungen, Beschämungen oder sogar von körperlicher oder sexualisierter Gewalt. Als Folge können sie Angst- und Belastungsstörungen entwickeln. Kinder sind am schlimmsten betroffen, weil sie durch die Belastungen, Vernachlässigung und Übergriffigkeiten in ihrer Entwicklung tiefgreifend geschädigt werden und kein unabhängiges Selbst entwickeln können. Die Folge sind komplexe Traumafolgestörungen.
Da Angehörige zumeist wenig Wahrnehmung für ihre Not haben und die eher internalisierenden Störungen auch vom Umfeld kaum wahrgenommen werden, erhalten sie allzu häufig keine oder nur unzureichende Hilfe. Eine Psychotherapie kann Betroffenen einen Schutz- und Freiraum bieten, sich abzugrenzen, sich zu finden und das eigene Leben (zurück) zu erobern. Mein angehörigenzentriertes Vorgehen orientiert sich methodisch am Fachbuch Die langen Schatten der Sucht von J. Flassbeck & J. Barth (2020; Link). | weniger
Website CO-ABHAENGIG.de | Link
Selbsthilfegruppe eKS in Praxis | mehr
Männertherapie
Eins der für mich bewegendsten Therapiebücher hat den Titel "Den Mann zur Sprache bringen" (W. Neumann & B. Süfke). Wir Männer tun uns schwer, über Gefühle, Bedürfnisse und Beziehung zu sprechen. Und wir leben in einer Epoche, in der wir gesellschaftlich doppelt gefordert sind: Wir sollen einerseits unseren Mann stehen, cooler Draufgänger, Fels in der Brandung und leidenschaftlicher Verführer sein. Andererseits werden wir mit Ansprüchen konfrontiert, auch sensibel zu sein, mal Schwäche zu zeigen, weinen zu können und wir sollen die Windeln unserer Kinder freiwillig wechseln. Mann kann darüber verzweifeln.
Männer haben es schwer, in eine Psychotherapie zu finden. Es passt nicht in das männliche Klischee von Coolness und Unverwundbarkeit. Das halte ich für einen Fehler. Psychotherapeutisch geht darum, den Mann in seiner ganzen Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit zu entdecken. Und es macht große Freude, den Mann zur Sprache zu bringen. | weniger
Leistungssport
Was hat der Sport, besonders Leistungssport, mit Psychologie zu tun? Jede Menge! Gerade im Leistungssport stehen die Athleten unter Leistungs- und Erfolgsdruck und im Hochleistungssport auch unter dem kritischen Erwartungsdruck der Öffentlichkeit. Die richtige Motivation ist entscheidend darüber, ob der Athlet effektiv trainieren und Spitzenleistungen im Wettkampf erbringen kann. Psychosoziale Probleme gehören zum Leben, auch zum Sportlerleben, und können die Leistungsbereitschaft schmälern.
Eine Psychotherapie kann helfen, die eigenen und äußeren Leistungsansprüche in Einklang mit der persönlichen Situation und den sonstigen Lebenswünschen und Interessen zu bringen. Die Schwimmerin und
Olympiasiegerin Britta Steffen, die offen vor laufender Kamera darüber berichtet hat, wie ihr eine Psychotherapie geholfen hat, ihre Lebensprobleme zu lösen und auch wieder Vergnügen an Training und Wettkampf zu finden, ist dafür ein beeindruckendes Beispiel. | weniger